Neue Unternehmenskultur

Starke Einheiten müssen im Netzwerk funktionieren! //

Structure follows Strategy! An dieser generellen Forderung der Management-Theoretiker gibt es nichts zu rütteln – aber die Wahl der richtigen Organisationsform ist für viele Unternehmen zu einer komplexen Herausforderung geworden. Und die Forderung nach der Einheit von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung ist in Zeiten multidimensionaler Gestaltungskriterien nicht mehr zu halten. Kein Wunder, dass Restrukturierungen in vielen Unternehmen kein einmaliges Ereignis mehr sind, sondern fast zur Tagesordnung gehören. Dennoch gibt es einige Richtlinien, die sich in der Praxis bewährt haben.

Damit ein Unternehmen seine Strategien zielgerichtet verfolgen kann, benötigt es fokussierte Einheiten, die wirkungsvoll mit anderen Einheiten kooperieren und interagieren. In unserer Sprache geht es um die Formierung leistungsfähiger Sub-Communities und deren intelligente Verknüpfung zu einem kooperativen Netzwerk.

Die zwei Gretchenfragen bei der Strukturierung großer Organisationen kreisen also immer um zwei miteinander verflochtene Themen:

  1. Den Aufbau und die Gliederung des Unternehmens

    Wie bauen wir eine Organisation und gliedern sie in Teileinheiten, um möglichst optimal funktionale, produktbezogene, kundenspezifische und geografische Aspekte zu berücksichtigen?

  2. Die Steuerung des zentral-dezentralen Netzwerks

    In welches Beziehungsgeflecht stellen wir die Teileinheiten, und wie gestalten wir die richtige Balance zwischen zentral notwendigen Steuerungselementen und dezentralen Freiheiten?

    Das generelle Leitbild für jedes größere Unternehmen sehen wir in einem ausbalancierten zentral-dezentralen Netzwerk: Die Stärken der Teileinheiten werden mit den Ressourcen- und Synergievorteilen der Gesamtorganisation intelligent kombiniert. Die Corporate Community besteht dann aus miteinander verknüpften, aber weitgehend autonom handelnden Organisationseinheiten. Als Teil der Corporate Community erfüllen sie einen strategischen Auftrag im Dienste des Gesamtunternehmens.

Hans-Peter Erlemann

„Strukturen, Prozesse und Rollen schaffen einen dynamischen Rahmen, damit Menschen erfolgreich arbeiten können.“

Hans-Peter Erlemann

Gestaltungsanforderungen für organisatorische Netzwerke //

Schaffen sie echte „Kampfeinheiten“!

Aus Perspektive des Community Managements fordern wir die Schaffung lebensfähiger unternehmerischer Bereichs- und Teileinheiten. Auch wenn es in manchen Ohren etwas martialisch klingt und viele lieber von strategischen Kerneinheiten sprechen: Möglichst viele organisatorische Teileinheiten - ob strukturell abgegrenzt oder strukturübergreifend gebildet, ob dauerhaft oder temporär - sind als Kampfeinheiten zu organisieren und zu führen!

Dies gilt besonders für die markt- und kundennahen Sales- und Service-Einheiten, deren Schlagkraft oft existenziell für ein Unternehmen ist. Aber grundsätzlich gilt diese Anforderung für alle Teileinheiten einer Organisation.


Arten von Kampfeinheiten

Auch hier gibt die Analogie zum Mannschaftssport viele wertvolle Einsichten und Anregungen. Ein Team kann nur dann als Kampfeinheit charakterisiert werden, wenn es nicht nur über Stars verfügt, sondern im Zusammenspiel brilliert.


Fördern sie eigenständige Identitäten!

Organisatorische Einheiten müssen eine eigene strategische, organisatorische und kulturelle Identität entwickeln können – eingebettet in die Rahmenbedingungen einer starken Corporate Community:

Die strategische Identität erfordert, dass den Einheiten klare Ziele und Aufträge sowie ein entsprechendes Mandat übertragen werden. Sie genießen weitgehende Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Dafür sind sie aber auch für Erfolg oder Misserfolg voll verantwortlich zu machen.

Die organisatorische Identität besteht darin, dass die Einheit – entsprechend ihrer strategischen Ausrichtung - ihre Strukturen, Prozesse und Rollen in hohem Maße selbst bestimmen kann.

Die sozio-kulturelle Identität gibt allen Menschen in der Sub-Community das spezifische Wir-Gefühl. Sie finden hier ihre berufliche Heimat, natürlich eingebettet in das Wertesystem des Gesamtunternehmens.


Integrieren Sie die Einheiten in einem lebendigen Netzwerk!

Gleichzeitig muss noch einmal betont werden, dass die Schlagkraft der Gesamtorganisation – aber auch der dezentralen Einheiten - von einheitlichen Systemen, allgemeingültiger Policies, einer gemeinsamen Infrastruktur und standardisierten Lösungen abhängt. Ein markantes Beispiel bildet zweifellos die übergreifende Nutzung der Informationstechnologie.

Es ist eine Frage des Fingerspitzengefühls, diese gegensätzlichen Anforderungen intelligent und sensibel in Einklang zu bringen. Welche Aufgaben und Rollen ein Corporate Center in einem solchen Netzwerk spielt, kann nur im Individualfall entschieden werden. Wichtigstes Kriterium ist aber, dass den einzelnen Einheiten genügend Freiraum für das strategische und operative Management ihres Humanpotenzials verbleibt. Denn ganz gleich, welche strukturelle Grundordnung gewählt wird:

Von ganz entscheidender Bedeutung ist es, das Leistungspotenzial von Führungskräften und Mitarbeitern in den ’Kampfeinheiten’ zur vollen Blüte zu bringen.

Mehr über unser Vorgehen erfahren Sie in unserem Projektbeispiel

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